Legende vom Blutmond

Eine Legende aus der Zeit vor der Zeit. Alte Völker erzählen von Göttern, Krieg und einem Opfer, das den Himmel für immer veränderte.

Die Geschichte vom Blutmond

Eine Legende aus der Zeit vor der Zeit

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Kapitel 1

Das Erwachen

In den Zeiten, bevor die Menschen die Sterne zählten, leuchtete der Mond in strahlendem Weiß. Er war der Wächter der Nacht, der stumme Zeuge von Geburten und Toden, von Liebeschwüren und vergossenen Tränen. Die Wölfe heulten zu ihm hinauf, und er antwortete mit seinem silbernen Schein – bis zu jener Nacht, in der das Schicksal der Erde in eine neue Bahn gelenkt wurde.

Kapitel 2

Der Krieg der Götter

Zwei uralte Mächte standen sich gegenüber: Lyriel, die Göttin des Lichts, und Kaerath, der Fürst der Finsternis. Ihr Kampf tobte sieben Tage und sieben Nächte lang, und die Erde bebte unter ihren Schritten. Die Sterne flohen ans Rande des Himmels. Der Mond, gefangen zwischen den Schlachtfeldern, versuchte zu vermitteln – doch Kaerath stieß ihn zurück mit einem Fluch: „Du wirst das Blut des Krieges tragen, solange die Zeit besteht."

Kapitel 3

Das Opfer der Mondgöttin

Lyriel, von Schmerz erfüllt, sah, wie der Fluch den Mond verdunkelte. Sie stieg hinauf zu ihm und berührte seine Oberfläche mit der flachen Hand. Ihr eigenes Blut – das Blut einer Göttin – floss in seine Krater und Meere. „Lass dieses Rot nicht Fluch, sondern Verheißung sein", sprach sie. „Ein Zeichen, dass nach jedem Krieg das Licht zurückkehrt." In diesem Moment wurde der Blutmond nicht zum Symbol des Todes – sondern des Wandels.

Kapitel 4

Die Offenbarung

Seitdem erscheint der Blutmond in unregelmäßigen Abständen am Himmel – eine glühende, rote Scheibe, die Ehrfurcht und Staunen weckt. Die Astronomen nennen es die Wirkung des Erdschattens und des gebrochenen Lichts. Doch die alten Völker wissen es besser: Es ist Lyriels Erinnerung. Eine Mahnung, dass das Blut vergangener Kriege nicht vergessen werden darf – und ein Versprechen, dass das Licht stets wiederkehrt, so tief die Dunkelheit auch fallen mag.

„Wenn der Mond sich rötet, erinnert er uns: Selbst die tiefste Dunkelheit trägt das Versprechen des Lichts."
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